Abschaffung des Schönheitswahns im Netz?

In der Werbung und im Insta-Feed dominieren retuschierte Fotos, perfekt inszenierte Bilder von Models und Influencern. Sie strahlen, versprühen Lebenslust und scheinen keine Makel zu haben. Kurzum, sie sehen für uns perfekt aus. Damit wir das so wahrnehmen, ist fast jedes dieser Bilder mit allerhand Apps und Filtern bearbeitet. Es werden Dehnungsstreifen retuschiert, Cellulite geglättet oder die Taille verschmälert. Wir sehen diese Bilder und denken uns oft innerlich “Warum sehen wir nicht so aus?” “Wären wir dann glücklicher, beliebter, erfolgreicher?” Diese Bilder und die Welt, die sie uns vorgaukeln, üben einen gewissen Druck aus und haben häufig einen Einfluss auf unser Körperempfinden und unser Wohlbefinden im Allgemeinen. Besonders bei Heranwachsenden, deren Identität noch in der Entstehung ist und die darüber hinaus häufig viel Zeit online verbringen, erzeugt das Druck. In Norwegen gibt es dafür den Begriff “kroppspress”, was übersetzt soviel heißt wie Körperdruck. 

Um diesem Druck entgegenzuwirken hat Norwegen angekündigt, dass Werbefotos künftig gekennzeichnet werden müssen, wenn bestimmte äußere Merkmale von Personen ‘manipuliert’ wurden. 

Klare Kennzeichnung

Im Juni 2021 hat das norwegische Parlament ein neues Gesetz beschlossen, für die Kennzeichnung von bearbeiteten Bildern. Zukünftig müssen retuschierte Werbeanzeigen als solche gekennzeichnet werden. Das betrifft Bilder auf denen die Körperform, die Größe oder die Haut oder sonstige Veränderungen an der Person durch Bildbearbeitung vorgenommen wurde. Das Ziel dieses Gesetzes ist es “den Körperdruck in der Gesellschaft zu reduzieren“. Die neuen Bestimmungen sollen ab Juli 2022 in Kraft treten.

Falsche Ideale in den sozialen Medien

Es ist nur eine Pose, der richtige Winkel und ein paar Kniffe Bildbearbeitung und schon ist aus einem durchschnittlich schönen Menschen ein vermeintliches Model geworden. Auch in Deutschland kennzeichnen immer mehr Influencer ihre Bilder unter anderem mit dem #fürmehrrealitätaufinstagram, um sich unbearbeitet zu zeigen.

          Quelle: Instagram                                                                                                                    

Die Düsseldorfer Influencerin Natalie Stommel zeigt auf ihren Postings eindrucksvoll was das richtige Bildsetting und Filter ausmachen. Wenn sich immer mehr Personen in den sozialen Medien so darstellen, gibt es den Betrachtern die Möglichkeit, Attraktivität anhand einer breiteren Palette an Möglichkeiten zu definieren. Unperfekt perfekt sollte unser Schönheitsideal sein. 

Was meint Ihr? Was haltet Ihr von der Kennzeichnungspflicht in Norwegen? Sollte es in Deutschland auch so ein Gesetz geben?

Sie möchten sich über das Thema Social Media Marketing informieren? Dann schreiben Sie mir eine Mail an: juliana@msk-partners.de

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